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Sichtwechsel in Linz

Von 20. bis 24. Juni wird in Linz die crème de la crème der integrativen Kunst aus Österreich, Italien und Deutschland zu sehen sein. Das sollte man sich nicht entgehen lassen. Denn das bewegt alle!

Von Theater- und Tanzproduktionen über Performances und Lesungen bis hin zu Ausstellungen und Projekten im öffentlichen Raum - mehr als 45 Veranstaltungen sind im Rahmen der sechsten Ausgabe von Sichtwechsel zu sehen.

 

Unter dem heurigen Motto „Zurück in die Zukunft“ zeigen die KünstlerInnen Arbeiten, in denen die Erfahrungen der letzten beiden Jahre verarbeitet werden, in denen Corona unser aller aber vor allem ihr Leben besonders schwer gemacht. Während noch vor Corona ein neues Selbstbewusstsein in vielen KünstlerInnen mit Beeinträchtigung erwacht ist, dass sie dazu bewegt hat, mit Nachdruck eine erhöhte Präsenz im öffentlichen Raum zu fordern, sind diese Tendenzen durch die vorübergehenden totalen Schließungen der Kunststätten beinahe zum Erliegen gekommen. Das soll nun wieder anderes werden, wie auch der Leiter des Festivals Sichtwechsel, Alfred Rauch im Gespräch mit dem OÖ Kultursommer bestätigt. „Die Menschen mit Beeinträchtigungen wollen gesehen werden, sie wollen ihren Platz in der Gesellschaft nicht nur am Rande wahrnehmen, sondern einfach mittendrin.“

 

Geballte Kunst im Schlossmuseum

Und sie möchten Kunst machen, wo auch alle andere Kunst machen und zeigen dürfen. Nicht in dafür eigens entwickelten Spielstätten und Räumen. Auch wenn Sichtwechsel ein Festival extra für integrative Kunst ist, so findet es doch mitten in Linz statt. So steht es für die Öffnung nach außen, für die Hinwendung, für ein Miteinander in der Gesellschaft.

Ganz ein besonderes Zeichen dafür setzt die Ausstellung im Schlossmuseum in Linz, die zeitgenössische Kunst von Menschen mit Beeinträchtigung aus Oberösterreich zeigt. „Das ist eine wunderbare Möglichkeit, die Qualität der heimischen KünstlerInnen in geballter Form zu zeigen.“, so Alfred Rauch.

 

Ein Krimi rund um die harten Themen des Lebens

Ebenfalls als Highlight zu erwähnen ist die Theaterproduktion „Ich war’s nicht! Ein Krimi in siebzehn Szenen“ der Theatergruppe Malaria, die in Gallneukirchen in der Kunstwerkstatt des Diakoniewerks ansässig ist. In diesem von den Mitgliedern der Theatergruppe selbst entwickelten und geschriebenen Stück geht es um Solidarität, um Schuld, um Gerechtigkeit, um Strafe. Humorvoll und bitterernst wird in einem kleinen Dorf, das überall sein könnte, ein Mord aufgeklärt. Und dabei so manch andere Leiche in den Kellern gefunden. Begleitet wird die Theatergruppe seit vielen Jahren von der erfahrenen Theater- und Schreibpädagogin Iris Hanousek-Mader. Für das Bühnenbild verantwortlich zeichnet sich Martina Kornfehl, die gemeinsam mit Mitgliedern der Kunstwerkstätten die Bühne zu einem wandelbaren Dorf gemacht hat. Stellvertretend zu erwähnen sind an dieser Stelle die Theatermitglieder Elisabeth Stachl, die in ihrer Rolle als Nonne auch auf dem Cover des Programmheftes zu sehen ist, Veronika Grün und Markus Klambauer.

Festival Sichtwechsel - Von 20. bis 24. Juni 2022 in Linz
Mehr Infos unter:
https://www.sicht-wechsel.at

 

Datum: 16. Mai 2022 / Text: Michaela Ogris-Grininger / Fotos: La Ribalta, Theater Die Tonne

Teatro La Ribalta "Eine Peephow für Aschenputtel" @ La Ribalta

 

Theater Reutlinger "Die Tonne Hierbleiben...Spuren nach Grafeneck"@Theater Die Tonne