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Jazz von A bis Z

bzw. von Mattighofen bis New York City

Zum 11. Mal geht von 17. bis 21. August der NYC Musikmarathon Mattighofen über die Bühne. Einmal mehr mit Workshops, Konzerten und Jam-Sesssions rund um das erweiterte Musikgenre Jazz. Gegründet wurde und geleitet wird nach wie vor dieses Festival von Gernot Bernroider. Der geborene Mattighofener Jazz-Musiker, der selbst 22 Jahre in New York gelebt hat, bringt in diesen vier Tagen internationale Jazzgrößen auf die Bühnen und als Lehrende in die Workshops und damit Musik aufs Land in Oberösterreich, wie sie sonst eben nur in den Metropolen dieser Welt zu hören ist.

Brennholz mit Publikum (c) Markus Lackinger

Kleine Jazz-Kunde

Jede/jeder kennt Jazz, die Musik, die auch gerne mal als Hintergrund-Wohlfühl-Sound aufgedreht wird. Aber was fällt eigentlich alles unter den Begriff Jazzmusik? Und wie definiert sich diese? Wie hat sie sich entwickelt?
 

Das hat Gernot Bernroider im Gespräch mit dem OÖ Kultursommer erklärt:

„Jazz hat sich aus Worksongs der afroamerikanischen Sklavenarbeiter entwickelt, die sich damit bei ihrer harten Arbeit am Leben gehalten haben. Daraus hat sich der Ragtime ergeben, dann Dixie Land. Die ersten Solisten waren Louis Armstrong, Sidney Bechet, später Dizzy Gillespie, Charlie Parker, Miles David etc. Dann sind die Big Bands gekommen, Benni Goodmen und Glenn Miller, der Posaunist. Das war damals die populärsten Musikrichtung in Amerika. Die Swing Musik. Dann wurde daraus der B-Pop gemacht, aus denen sich die Jazz-Standards entwickelt haben, auf die noch heute die Jazzer improvisieren. Man spielt beim Jazz viel auf den Offbeats. Ich vergleiche das immer damit, wenn man während des Gehens auf der Straße zwischen den Schritten klatscht. Das ist das Swingfeeling. In den 60ern und 70ern die Einflüsse von Rock, Motown, Funk und Pop dazugekommen. Daraus ist der Jazz Rock, entstanden. Auch unter dem Begriff Fusion bekannt. Die Amerikaner haben den Jazz schon bald nach Europa gebracht. Viele sind vor allem nach dem 2. Weltkrieg damit in Berührung gekommen. Mittlerweile ist Jazz weltweit populär und sehr breit definiert. Solange Improvisation dabei ist, könnte man von Jazz sprechen.“

Festival-Highlights

Der kostenlose Eröffnungsabend am 17.8. mit Gernot Bernroiders Band „Culturessence“ und den musikalischen Gästen Birgitta Flick (Berlin) sowie dem New Yorker Bassisten Ike Sturm. An diesem kulturell spartenübergreifenden Abend findet auch die Eröffnung der Ausstellung „Architektur-Zeit-Raum“ und ein Podiumsgespräch zum Thema „Architektur und Musik“ mit Gästen aus Kunst, Kultur und Wirtschaft statt.
 

Weitere Highlights beim NYC Musikmarathon sind folgende Acts:

  • Kai Strauss & The Electric Blues Allstars“, die Big Band Night mit dem „Upper Austria Jazz Orchester“ und dem Konzert des „OÖ Jugendjazzorchesters“, der Auftritt der Bands
  • Jazzbaby!“ und „Sweet Emma Band feat. Chanda Rule“ und am Sonntag schließt der musikalische Marathon mit dem „A Musical Day in the Parc“. 


Für Familien sei noch das kostenlose Familienmusiktag mit Spielstationen, Trommelkreis und einem Mitmachkonzert mit „Brennholz Rocks“ im Voglpark am 20. August erwähnt, das - wie auch alle anderen Veranstaltungen - bei jeder Wetterlage stattfindet! Der Stadtsaal Mattighofen dient als Ausweichmöglichkeit.


Alle Infos gibt es auf der Website des NYC Musikmarathon: https://nycmusikmarathon.com

Datum: 11. Juli 2022 / Text: Michaela Ogris-Grininger / Fotos: Markus Lackinger, Daniel Meier, UAJO