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Die ersten Eindrücke der OÖ. Kultursommer Festivals und Veranstaltungen sind hier im BLOG zu finden. Die Blog-AutorInnen setzen sich aus MitarbeiterInnen des OÖ. Kulturberichts zusammen: Eva-Maria Bauer, Markus Langthaler, Elisabeth Leitner, Dietmar Leitner, Elisabeth Mayr-Kern, Michaela Ogris, Nadine Tschautscher und  Astrid Windtner.

Jugend braucht Bühne

130 Jugendliche aus fünf Ländern sind am 13. Juni in Kremsmünster eingezogen um bis Samstag zu zeigen, dass sie es drauf haben - das Theater-Machen, das Tiefgründig-Sein, das Humorvoll-Sein, das Leben. Die jungen Leute beweisen damit, dass die Bühne die Kraft hat, über sich hinauswachsen zu lassen, reif und selbstsicher zu machen.

Nein, diese Fähigkeit, sie lässt sich nicht messen, berechnen oder in Tabellen darstellen. Mathematik, Deutsch, Naturwissenschaft - keine Frage, wesentliche Skills fürs Leben. Aber die Schauspielerei auch! Doch trotz enormer Bedeutung für die Entwicklung eines jungen Menschen kommt sie in den meisten Schulen leider nach wie vor viel zu kurz. Dabei lehrt sie, das Leben und die einen umgebenden Personen aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten, emphatisch zu sein, Gefühle zu deuten und diese auch selbst zum Ausdruck zu bringen. Sie lehrt auch, was harte Arbeit bedeutet, Durchhaltevermögen, Teamwork, Mut und Engagement. Von Seiten der Jugendlichen, aber auch von Seiten der BetreuerInnen.

Dass dieses Int. Jugendtheaterfestival bereits zum dritten Mal in Kremsmünster über die Bühne gehen kann, ist von großer Bedeutung. Für die Jugendlichen selbst aber auch für unsere Kultur, aus der heraus diese unterschiedlichen Impro- und Theatergruppen überhaupt erst hervorgehen können. Es zeugt von hoher intrinsischer Motivation, besteht das Betreuungspersonal doch großteils aus Freiwilligen. Freiwillige Theaterbegeisterte, die diese Begeisterung an die nächsten Generationen weitergeben möchten. Dass dies auf fruchtbaren Boden fällt, hat bereits die Vorstellrunde aller zehn Gruppierungen aus Österreich, Deutschland, der Schweiz, Tschechien und Russland gezeigt. So viel Lust am Spiel, so viel Energie, so viel „Selbst-Verständlichkeit“, die im Theatersaal im Stift Kremsmünster zum Ausdruck kam.

Es macht große Freude, junge Erwachsene zu sehen, die mit derartigem Engagement und Authentizität an einer Sache dran sind. Wenn diese Arbeit dann in Form eines Festivals wie diesem zu internationalem Austausch und Präsentationsmöglichkeiten führt, dann macht das gleich doppelt Freude. Denn es zeigt den Jugendlichen, dass sie in einer Gesellschaft leben, in der so etwas geschätzt wird. In der es Bedeutung hat, was man tut. Und in der man selbst Bedeutung geben kann, um mit dem Inhalt des Eröffnungsstückes zu sprechen, präsentiert vom Jugendtheater Turgi aus der Schweiz. Mit „Ist nicht alles?“, angelehnt an den heftig umstrittenen Roman „Nichts. Was im Leben wichtig ist“ der dänischen Autorin Janne Teller, thematisiert es die „Bedütig“ des eigenen Daseins, der Welt an sich und konfrontiert auf hohem schauspielerischem Niveau in Form einer abwechslungsreichen, mit schönen Bildern durchzogenen Aufführung das Publikum mit der Frage nach dem Sinn des Lebens.

Diese Festivaltage, sie werden die Jugendlichen ein Leben lang prägen, wie überhaupt die gesamte Zeit, die sie mit Theaterspielen verbringen. Fast möchte man selbst wieder jungendlich sein, wenn man diese tollen 13 bis 18-Jährigen sieht.

Von 9.30 Uhr bis in die Abendstunden hinein sind in Kremsmünster von 13. - 15. Juni 2019 klassische wie auch selbstgeschriebene Stücke und Impros zu sehen.

Hier können Sie sich ein neues, ein gutes Bild von der Jugend von heute machen!

Datum: 13. Juni 2019 Text und Fotos: Michaela Anna Ogris-Grininger

Sommerlicher Auftakt

Strahlender Sonnenschein, Eis & Jazzmusik: Der Linzer Schlossberg stand gestern Abend ganz im Zeichen des Auftakts in den OÖ. Kultursommer. Viele FestivalveranstalterInnen, wie z.B. Harald Wurmsdobler von der Pramtaler Sommeroperette oder Georg Föttinger vom Gustav Mahler Festival Steinbach am Attersee, KünstlerInnen wie z.B. Eva Bosch oder Robert Oltay sowie zahlreiche Ehrengäste fanden sich unter dem Motto: "60 Festivals. Ein Sommer. Ein Land " bei hochsommerlichen Temperaturen im Freiraum des Schlossmuseums ein.

Durch den angenehmen Abend führte Moderatorin Katharina Mauerer, die zu einer kurzen Talk-Runde mit den heurigen „Jubiläumsfestivals“: 25 Jahre Theaterspectacel Wilhering (Joachim Rathke), donauFestwochen Strudengau (Präsident Konsulent Walter Edtbauer) und Musikfestival Steyr (GF Eva Pötzl) auf die Bühne einlud. Herr Landeshauptmann Mag. Thomas Stelzer hat die Marke „OÖ. Kultursommer“, „eine Premiummarke des Kulturlandes Oberösterreich“, mit einer kurzweiligen Rede eröffnet. Umrahmt wurde der Abend mit den modernen Klängen des „Max Plattner Trios“. Das von den Gästen einhellig hochgelobte köstliche Bauernhofeis Buchkirchen fand den ganzen Abend hindurch regen Absatz. Insgesamt waren es ideale Bedingungen, die einen regen Austausch und interessante Gespräche zwischen den Gästen aus allen Bereichen der heimischen Kulturlandschaft ermöglichten.

Datum: 6. Juni 2019 / Text: Astrid Windtner / Fotos: Land OÖ/ Ernst Grilnberger; EMK

 

 

Kultur für alle

Von 3. -7. Juni lädt das internationale inklusive Kulturfestival „sicht:wechsel“ ein, Kultur für alle zu erleben: mit und ohne Beeinträchtigung,  für jung und alt, groß und klein. Tanz, Musik, Theater, Ausstellungen und Lesungen sowie spartenübergreifende Aktionen und Workshops werden nun in ganz Linz geboten. Bei der Eröffnung im Linzer Musiktheater zeigte sich eindrucksvoll, welch kulturelle Kraft und Lebensfreude die Akteure zu bieten haben.

Wenn Herr Moser das „Mutlied“ anstimmt und der A-Capella-Chor Thonkunst Leipzig dazu den Refrain singt, lässt das niemand kalt, so auch gestern bei der Eröffnung des Festivals Sichtwechsel im Musiktheater. Das Mutlied machte auf das Motto des diesjährigen Sichtwechsels aufmerksam: „Aufbruch in ein neues Selbstbewusstsein“ nannte es Festivalleiter Alfred Rauch.

Zahlreich war das Publikum und groß die Begeisterung als einige der Highlights der kommenden Woche präsentiert wurden. Darunter auch die „Ich bin O.K. Dance Company Wien“ oder die „grooving company“. Egal, ob auf der Bühne das sanfte Kennenlernen von Menschen mit und ohne Beträchtigung dargestellt wurde oder ein Michael Jackson-Song zum Mittanzen und -klatschen animierte, die geballte Kraft und das Einfühlungsvermögen der Tänzerinnen und Tänzer am Podium beeindruckten. Mit Präzision und Spielfreude ließ die Band „together“ ihre Trommeln und Percussion-Instrumente sprechen. Statt vornehmer Zurückhaltung ließ sich das Publikum begeistern und zeigte dies auch lautstark.  

Erfrischend die Moderationen von Michael „Bibi“ Wilhelm und Alexandra Giampaolo, die den Ehrengästen wie Intendant Hermann Schneider, Kulturstadträtin Doris Lang-Mayrhofer, LH a.D. Josef Pühringer und Obfrau Gertraud Assmann so manches Geheimnis entlockten. Wussten Sie, das die Kulturstadträtin gerne ihre Stimme erhebt und nur aus Zeitmangel nicht in einem Chor mitsingt? – Chancengleichheit, barrierefreien Zugang für alle schaffen, Kreativität ermöglichen sind Eckpfeiler des Linzer Kulturentwicklungsplans, darauf wies Lang-Mayrhofer in ihrer Begrüßungsrede hin. Vieles davon wird bei diesem Festival gelebt und wird durch Festivals wie diese weitere Kreise ziehen. Intendant Schneider begrüßte als Hausherrr das Festival-Team zum ersten Mal im Linzer Musiktheater – und sicher nicht zum letzten Mal, wie er ausdrücklich sagte. Kultur für alle zu bieten, ist auch in den öffentlichen Einrichtungen ein Gebot der Stunde und findet auch in den Spielplänen immer wieder seinen Niederschlag.

Insgesamt 14 Projekte können nun in diesen Tagen von Kulturschaffenden umgesetzt und vom Publikum besucht werden. Viele Linzer Häuser haben bis 7. Juni ihre Türen geöffnet. Neue, unerwartete und berührende Produktionen und Workshops warten nun auf interessierte, neugierige Zuschauerinnen und Zuschauer.

www.sicht-wechsel.at

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Datum: 04. Juni 2019 / Text & Fotos (4): Elisabeth Leitner

INNtöne 2019

Am 7. Juni öffnete Paul Zauner Scheune und Ställe seines Vierkanthofes im Innviertel erneut für das Jazzfestival INNtöne, das rund 1000 Besucherinnen und Besucher nicht nur wegen des hochkarätigen Lineups angezogen hat, sondern auch wegen des außergewöhnlichen Ortes im ländlichen Idyll: Ein irgendwie virtuoser genius loci, der sich in alle Richtungen hin öffnet: musikalisch, menschlich und – nebenbei bemerkt – auch kulinarisch.

Wer Jazz liebt, sollte sich das nicht entgehen lassen. Wer ihn nicht liebt, erst recht nicht. Denn was hier drei Tage lang am Pfingstwochenende am Programm stand, spielte sich jenseits gängiger Klischees eines Genres ab, das ja immer auch ein bisschen unter Generalverdacht steht, ein schwer zu verstehendes zu sein. Doch von Verständnisschwierigkeiten war hier keine Spur. Im Gegenteil. Die musikalischen Darbietungen erzählen ohnedies von selbst. Mal im Stillen mit subtilen Anspielungen wie der südafrikanische Weltstar Ibrahim Abdullah, der zur Eröffnung mit einem Piano Solo konzertierte, mal ordentlich laut und mit Nachdruck wie das österreichische Fusion Trio FAT, das gestern, Sonntag, dem Festival mit jazzrockigem Sound im ehemaligen Schweinestall, dem St. Pigs Pub, quasi den Garaus gemacht hat.

Dazwischen lagen über zwanzig weitere Acts, mit denen Festivalkurator Paul Zauner die Bandbreite der aktuellen heimischen und internationalen Jazzszene abgebildet hat – von Newcomer bis zur Weltspitze. Und hier verbirgt sich wohl auch der Reiz des Festivals. Vertrautes mischt sich mit (noch) nicht Gehörtem und zwar auf landwirtschaftlich geprägtem Terrain. So hat etwa das polnische Jazzkollektiv EABS am Samstag in einer weiteren ausrangierten Stallung, dem „Blue Horse Club“ für eine musikalische Überraschung gesorgt und mit traditionellem Jazz aus Polen, den das Septett mit weiteren Genres und modernem Sound zusammen bringt, das Publikum kollektiv zum Tanzen gebracht.

Oder aber auch das junge österreichische Quintett chuffDRONE, das durch kluge Kompositionen und spielerischen Raffinessen zu einem Klangkörper avancierte, der sich spielfreudig zwischen Kammermusik und Improvisation bewegte, bevor die Bielefelder „Electric Ulmenwall Kollektiv“ im Anschluss im Blue Horse Club mit einer schweißtreibenden Performance für tanzbaren Sound mit spannenden live Samples gesorgt haben.

Derweil gaben sich in der großen Scheune internationale und österreichische Top Formationen die Klinke in die Hand. Auf Abdullah Ibrahim folgten The Como Mamas (USA), auf Brian Marsella (USA) das Delvon Lamarr Organ Trio (USA) und Supersonus – The European Resonance Ensemble (D/I) und auf Toninho Horta & Rudi Berger (BRA/AUT) der junge Londoner Ausnahmetubist Theon Cross sowie David Helbock´s Random Control (AUT), um nur einige zu erwähnen.

Und apropos Erwähnung: Das Festival bietet einen gut organisierten shuttle service und Mitfahrbörsen an. Und wer lieber das ganze Wochenende am Land verbringen möchte, kann rund um den Bauernhof in familienfreundlicher Atmosphäre sein Zelt aufschlagen. So wird das historische Bauernhaus einmal jährlich zu einem (welt)offenen Vierkanthof, der den Jazz nicht nur musikalisch, sondern auch als eine Lebenshaltung zelebriert.

Datum: 10.06.2019, Text und Foto: Eva-Maria Bauer

Alles wird gut

Sommer, Sonne und Wasser. Was braucht es mehr, um glücklich zu sein? – Auf diese Formel setzen die Bubble Days, die seit gestern im Linzer Hafen zum Relaxen, Essen und Tanzen einladen. An die 20.000 Besucher/innen nutzen die Gelegenheit mitten in Linz Urlaubsstimmung zu genießen, Wassersport inklusive. Heute kann noch bis 3 Uhr gechillt werden.

Ein kleiner Wandertag im Linzer Hafenbecken – so sieht es aus, wenn man das Gelände der „Bubble Days“ betritt. LinzAg-Mitarbeiter/innen nehmen die Leute nach einem Sicherheitscheck in Empfang, Strohhut und Sonnenbrille gibt es gratis. Dann marschieren große und kleine Menschen Richtung Hafenbecken, viel junges Publikum unter 30 ist hier vertreten. Ein Kinderspielplatz lockt gleich zu Beginn, Streetfood-Köstlichkeiten aller Art und Getränke können bargeldlos - mit Wertkarte - erworben werden. Von der Mainstage wummern schon die Beats ins Gelände, Electronic Sounds gibt es vom kleinen Schiff mit Sandstrand dazu. „Alles wird gut“ liest man dort auf dem Transparent der Electronic Stage auf´s Erste – und hat das Gefühl, das stimmt. „Alles weird gut“ – steht tatsächlich dort, auch das ist möglich. Denn die Stimmung ist relaxed und die Menschen gut drauf.

Es ist heiß, die Sonne scheint, viele Linzer/innen sind da ­– und Menschen aus aller Welt, die hier leben, arbeiten, studieren. Es kommen immer mehr, der Platz wird nicht weniger. Das Gelände ist groß, an die 20.000 werden in den zwei Tagen erwartet. Das geht sich aus.

Wer Sport zum Anschauen liebt, kann den Wakeboardern zu sehen, wie sie ihre Saltos und Sprünge vor der Zuschauermenge zum Besten geben. Wer mutig ist, probiert es selbst. Aber das muss nicht sein, denn auch Schauen gilt. Einfach da sein, Linz einmal ganz anders erleben – im Hafen, mitten zwischen Lagerhallen, Graffiti und Donauwasser. Das hat was.

Der Eintritt ist frei.

Programm-Ausblick, Samstag, 8. 6. : ab 12 Uhr

Sup Yoga, Blonder Engel, B-Girl Circle Show, Blond, Nura, Haiyti, DJ Mad.
Dazu: Hafenrundfahrten, Flyboard Shows, LinzAg Skate Ramp, Bodypainting, Hubschrauber-rundflüge und Graffiti-Sprayen an der Legal Wall

Datum: 7. Juni 2019 / Text und Fotos: Elisabeth Leitner

Impuls & Gespräch

Am heißen und sonnigen Kick Off Tag des oberösterreichischen Kultursommers wurde auch ein brennendes Thema im Vorfeld diskutiert: Ticketing. Zu der offenen und unverbindlichen Gesprächsrunde hat die Direktion Kultur eingeladen und als Impulsgeber den Geschäftsführer des Landestheaters Dr. Thomas Königstorfer gewinnen können.

Aus der letztjährigen Feedbackrunde ging hervor, dass sich einige FestivalveranstalterInnen eine Unterstützung im Bereich des Ticketings wünschten. Da viele Anregungen aus den theaterähnlichen Festivals kamen, wurde die Expertise von Dr. Thomas Königstorfer eingeholt. Die Präsentation spannte den Bogen vom traditionellen Kartenbüro, über eine Ticket-Hotline bis zum Online-Ticketing. Die Conclusio war, das ein gemeinsames Ticketing auch eine enorme Marketingchance für große, aber auch kleine Festivals wäre.

Zum Abschluss gab es natürlich noch ein OÖ Kultursommer Selfie ;-)

Datum: 6. Juni 2019 / Text: Markus Langthaler / Fotos: Land OÖ/ Ernst Grilnberger; Markus Langthaler

 

 

 

 

 

Im Rausch der Sinne!

Bei sommerlichen Temperaturen wurde gestern der Sinnesrausch im OÖ Kulturquartier in Linz eröffnet. Bis zum 13. Oktober 2019 sind nun auf den Dächern und Kunsträumen des OÖ Kulturquartiers 26 Kunstprojekte zu erleben. Der Text von Zeni Winter (Mai-Ausgabe OÖ. Kulturberichts) schafft einen ersten Eindruck zum außergewöhnlichen Kunstprojekt.

 

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